Universitätsarchiv Tübingen
Übersicht über die Bestände

Bestandssignatur: UAT 9/7-10/1

Collegium Illustre (1592-1817): 1564-1816

Das Tübinger Collegium Illustre, eine der ersten Ritterakademien im deutschen Sprachraum, geht auf das Vorhaben Herzog Christophs zurück, eine besondere Ausbildungsstätte für Staatsdiener als weltliches Gegenstück zum Evangelischen Stift zu schaffen. Der eigens errichtete Neubau auf dem Gelände des früheren Franziskanerklosters konnte aber erst 1592 eingeweiht, die Anstalt 1594 eröffnet werden. Schon 1595 wurden entgegen der ursprünglichen Intention Bürgerliche ausgeschlossen und das Collegium in eine Ritterakademie umgewandelt, 1601 wurde es vollständig von der Universität getrennt und bildete neben dieser eine eigene exempte Korporation innerhalb der Stadt. Nach der Schließung 1628-1653 konnte es jedoch an seine frühere Blüte nicht mehr anknüpfen, seit 1688 diente es nur noch als Herberge für in Tübingen studierende württembergische Prinzen und Fürstenabsteige. Allerdings wurden weiterhin Professoren an das Collegium berufen, die als Extraordinarien an der Universität lehrten, die Fecht-, Tanz-, Ball- und Reitmeister unterrichteten die Studenten, und auch die mathematischen und physikalischen Sammlungen standen der Universität zur Verfügung. Erst 1817 wurde das Collegium Illustre endgültig aufgelöst und die Gebäude zur Unterbringung des neu errichteten Wilhelmsstiftes bestimmt.

Inhalt: Erectio, constitutiones (1 Nr., 1564-1770). Personalangelegenheiten (3 Nrn, 1593-1816). Finanzangelegenheiten (2 Nrn, 1598-1812). Matrikel (1 Nr., 1648-1688). Disziplin (1 Nr., 1601-1782). Mathematische Instrumente, Bibliothek (1 Nr., 1745-1801).

Übernommen: 1867.

Umfang: 9 Nrn, 0,65 lfm

Findmittel:
- Übersicht über die Bestände 1-86, S. 14a.
- Bestandsrepertorium "Ältere vermischte Sachakten (II)", S. 177-215 (Werkschriften, Reihe 3, Heft 11).

Stand: 15.3.1997



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